Osteoporose und Wirbelkörperfrakturen: Therapie

Therapie bei Wirbelkörperfrakturen

Vertebroplastie

Bei der Vertebroplastie wird der Wirbelkörper ohne vorherige Aufrichtung mit Zement gefüllt. Da hier der Zement unter hohem Druck eingebracht werden muss, besteht die Gefahr des Austritts des Knochenzements aus dem Wirbelkörper und damit Druck auf das Rückenmark oder einzelne Nervenwurzeln. Der Austritt von Knochenzement aus dem Wirbelkörper ist bei der Vertebroplastie deutlich höher als bei der Kyphoplastie.

Die Vertebroplastie wird vor allem deshalb angewendet, da sie bezüglich der Materialkosten deutlich kostengünstiger als die Kyphoplastie ist. Neueste Untersuchungen aus den USA und aus Australien zeigen, dass die Vertebroplastie zu keiner Verminderung der Schmerzen beim Patienten führt. Dies ist auch nicht verwunderlich, da bei der Vertebroplastie keine Aufrichtung des Wirbelkörpers erfolgt und die Fehlstellung der Wirbelsäule erhalten bleibt. Kurzfristige Schmerzlinderungen lassen sich am ehesten durch die hohe Temperatur beim Aushärten des Zementes erklären. Die Vertebroplastie sollte deshalb nur noch bei Ausnahmeindikationen Anwendung finden.

Komplikationen

Folgende Komplikationen sind bei diesen Methoden beschrieben: Es kann Knochenzement aus dem Wirbelkörper austreten und in den Rückenmarkskanal eindringen, es kann zu einer Blutung in dem epiduralen Raum kommen durch den eingebrachten Knochenzement kommt es in seltenen Fällen zu Lungenembolie, Fettembolien sind beschrieben, es sind Wirbelkörperfrakturen anliegende Wirbelsegmente beschrieben und in seltenen Fällen kann es zur Störung des Rückenmarks beim Aufrichten oder Zementieren kommen. Sowohl für die Kyphoplastie als auch die Vertebroplastie werden vergleichbar gute Ergebnisse Betreff der Schmerzreduktion angegeben, eine Schmerzreduktion sollte im 80-95% der Fälle mit beiden Verfahren erreicht werden. Die Schmerzreduktion wird erreicht durch eine Stabilisierung des Wirbelkörpers, wodurch die Irritation von Nervenfasern der Knochenhaut des Wirbelkörpers vermindert wird.

Erfolgsaussichten

Durchschnittlich kann durch das Einbringung von Knochenzement und das Wiederaufrichten des Wirbelkörpers der Höhenverlust der Wirbelsäule um 50% verringert werden und das weitere Einsintern des Wirbelkörpers wird in den meisten Fällen vermieden. Der beste Zeitpunkt für die Durchführung der Kyphoplastie ist in den ersten Wochen nach der Fraktur. Zusammenfassend ist zu sagen, dass sowohl die Kyphoplastie als auch die Vertebroplastie die geeigneten Methoden zur Behandlung von Wirbelkörperbrüchen darstellen bei vergleichweise geringem Risiko und einer schnellen postoperativen Mobilisierung der Patienten.

Bandscheibenvorfall Seitenansicht

Vertebroplastie: gut zu sehen ist der im Wirbelkkörper eingespritzte Zement (Abb. rechts)